Zunächst einmal ist mit Sicherheit der Zug zur Brust für unsere Schultergelenke langfristig gesünder als der Zug in den Nacken. Beim Zug zur Brust gibt es jedoch auch zig Varianten: So kann man beispielsweise mit Ober- oder Untergriff ziehen und die Griffbreite kann eng oder schmal sein.Zur Erklärung: Untergriff bedeutet, dass die Handfläche zu mir zeigt. Bei Obergriff schaue ich beim Ziehen auf meinen Handrücken.
Eine neue Studie nahm sich jetzt wissenschaftlich dieses Themas an und untersuchte unterschiedliche Griffe und Griffbreiten beim Zug zur Brust. Versuchsteilnehmer waren 12 Männer zwischen 19 und 30 Jahren, die allesamt Erfahrungen mit Krafttraining hatten. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Untrainierte sind oftmals nicht so gut in der Lage den jeweiligen Zielmuskel der Übung zu aktivieren. Alle Versuchsteilnehmer machten Latziehen mit 70 Prozent ihres Maximalgewichts. Dabei wurde die elektrische Aktivierung von Latisimus, Bizeps und mittlerem Trapezius gemessen. Über das Ergebnis bin ich nicht allzu stark überrascht, denn es spiegelt in etwa das wieder, was man sich schon anatomisch erschließen kann: Die Griffweite hat absolut keinen Einfluss auf die Latisimusaktivierung. Der einzige Unterschied ergibt sich bei Über- bzw. Untergriff. Ein Untergriff aktiviert den Latisimus stärker. Die Aktivität des Bizeps bleibt jedoch bei Ober- und Untergriff gleich. Das hätte ich nicht gedacht. Gut zu wissen.
Fazit: Wem es um eine maximale Latisimusaktivierung geht, der sollte die Stange im Untergriff greifen, wobei die Griffbreite egal ist. Aufgrund der schnellen Gewöhnungszeit des Körper an alle Trainingsvarianten, sollte jedoch alle paar Wochen auch wieder auf andere Varianten zurückgegriffen werden.


5 Kommentare:
Sehr interessant,
aber wenn ich ehrlich bin ist mir auch beim eigenen Training aufgefallen, dass ich eine deutlich stärkere Kontraktion im Latissimus spüre, sobald ich den Untergriff nutzte.
Laut Studie scheine ich mir dann jedoch die Ermüdung des Bizeps nur einzubilden...
Hi Freddi,
wundert mich auch. Von meiner Wahrnehmung her würde ich dir 100% zustimmen.
Was mir noch dazu eingefallen ist:
Wie sieht es denn mit der Entwicklung des Latissimus in die Breite aus, dabei dürfte die Griffweite doch wohl eine Rolle spielen, oder ist diese Entwicklung auch genetisch bedingt und man sollte nur versuchen den Lat optimal zu stimulieren?
Hi Freddi,
letzten Endes schafft diejenige Übung die Breite, die für eine höchstmögliche Aktivierung aller Fasern sorgt. Auch hier ist Griffweite wohl nicht entscheidend. Aus anatomischer Sicht würde ich eher zu einem engen Griff tendieren, da hierdurch die Muskelfasern eine bessere Dehnung in der Startposition abbekommen. Ob das aber wirklich einen Unterschied macht? Keine Ahnung.
Hey Harrald,
ich weiß, nich ganz zeitnah, aber du siehst mich leicht irritiert. Nachdem ich die Studie in voller Länge gelesen habe, muss ich feststellen: Die Studie kommt zu dem Ergebniss, die größere Aktivierung findet bei Pronation, also im Obergriff statt und nicht wie du es schreibst im Untergriff (Suppination). Das selbe zeigt übrigens auch die Grafik die du eingestellt hast. Vieleicht magst du ja auch auf der Schmiede mal was dazu sagen wo wir das grade heiß diskutieren http://www.muskelschmiede.de/forum/showthread.php?t=75557
lg
Dominic
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