Donnerstag, 30. September 2010

Ernährungsmythos – Fett aus der Nahrung macht Fett

Über Jahre hinweg konnte man es von verschiedenen Experten immer wieder hören: „Fett macht Fett“. Die Folge war und ist teilweise immer noch, dass viele Menschen Fette dann gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser. Die Fetthysterie führt auch heute noch zu zum Teil merkwürdigen Auswüchsen. So finden sich beispielsweise im Süßigkeitenregal im Supermarkt Bonbons und andere Naschereien auf denen „Garantiert ohne Fett“ zu lesen ist. Das einzige Problem an der gesamten Geschichte ist jedoch, dass sie nicht wahr ist. Ob sich Fette auf unseren Hüften niederschlagen oder nicht hängt wiederum mit der Gesamtenergiezufuhr und dem Energieverbrauch zusammen. Es kann sogar ein hoher Anteil der Kalorien in Form von Fett zugeführt werden und man nimmt trotzdem ab, solange man sich in einem Kaloriendefizit befindet.

Die Frage ist jetzt nur noch, warum der Fettverzicht so häufig empfohlen wird? Die Antwort ist recht einfach: Da Fett pro Gramm mehr als doppelt soviel Kilokalorien liefert als Kohlenhydrate und Proteine und da sich in vielen Lebensmitteln sogenannte „versteckte“ Fette befinden, ist es naheliegend, dass wenn man Fette aus der Nahrung reduziert die Zahl der aufgenommenen Kalorien sinkt. Dass sich dadurch ein anfangs ein Gewichtsverlust ergibt ist logisch, aber was nicht bedacht wird ist, dass unser Körper sich recht schnell auf die veränderte Nahrung einstellt und wir einfach mehr von den anderen nicht fetthaltigen Lebensmitteln essen. Wenn also beispielsweise eine Frau gewohnt ist zum Frühstück zwei Scheiben Toastbrot mit nicht fettreduziertem Edamer (45% Fett) zu essen, kommt sie ungefähr auf 350 Kilokalorien. Dann entscheidet sie sich die Nahrungsfette zu reduzieren um abzunehmen. Sie isst also ab jetzt immer noch ihre zwei Scheiben Toastbrot und belegt diese jetzt mit der fettarmen Variante und spart dadurch 50-60 Kilokalorien ein. Da sie dem Glauben verfallen ist, man müsste nur Fette reduzieren, isst sie nach ein paar Tagen nach ihren zwei Toastbroten noch einen kleinen mageren Fruchtjoghurt, weil sie nach den zwei Broten immer noch leicht Hunger hat. Durch den fettarmen Joghurt steigert sie ihre aufgenommene Kalorienmenge sogar wieder über den Ausgangswert und wundert sich, warum sie trotz aller Maßnahmen um Fett einzusparen immer noch nicht abnimmt. Gleichzeitig hat sie leider im Tagesverlauf häufiger Hunger, denn durch den starken Verzicht auf Fette ist sie nicht so lange satt.

Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Man kann auch mit fettarmer Ernährung abnehmen, allerdings ist die Menge der aufgenommenen Kalorien entscheidend und nicht die Menge des insgesamt aufgenommenen Fetts.

2 Kommentare:

Batze hat gesagt…

Hallo Harald,

es fällt mir auch immer wieder auf, wie entsetzt einige Leute reagieren, wenn sie erfahren wie viel Fett ich pro Tag konsumiere.

Bei ca. 200g im Durschnitt sind viele echt schockiert und tun mich als nicht ganz normal ab.
Andererseits machen sie sich nicht die Mühe zu hinterfragen und so träumen sie weiter ihre Märchen :)

Gruss Batze

Eric hat gesagt…

Hallo Herr Gärtner,

gibt es eigentlich wirklich unabhängige Hinweise darauf wieviel Protein man für optimalen Muskelaufbau benötigt?

Das Supplementhersteller die "Mehr ist besser" Methode durch pseudowissenschsftlöiche "Beweise" empfehlen ist schon klar;)

Des Weiteren würde mich inmteressieren, ob es ein sog. Kohlenhydrat- bzw. Proteinfenster direkt nach dem Training gibt oder dies auch nur eine Erfindung er Pulverhersteller ist.

Würde mich über eine Antwort freuen!

Eric