Dienstag, 21. September 2010

Schläft der Stoffwechsel während einer Diät ein?

Immer wieder ist zu lesen, dass der Stoffwechsel des Körpers während einer Diät einschläft und dadurch alle Abnehmversuche sabotiert. Hört sich ja logisch an, denn unser Körper denkt ja es wäre eine Hungersnot ausgebrochen und geht in den Überlebensmodus. Die Frage die allerdings kaum gestellt wird ist, wie stark senkt sich die Stoffwechselrate tatsächlich ab und welche Faktoren sind dafür verantwortlich?

Als Hauptfaktoren sind drei zu nennen:

1. Eine verringerte Körpermasse: In der Tat ist es so, dass auch Fettgewebe einen Energiebedarf hat. Dieser fällt zwar nicht sehr hoch aus, aber ist dennoch vorhanden. Wenn während einer Abnehmphase daher Fettgewebe verschwindet, senkt sich der Grundumsatz schon allein dadurch.

2. Der NEAT nimmt ab. Was ist den bitteschön der NEAT? Wichtig ausgedrückt bedeutet NEAT non exercise activity thermogenisis, was auf Deutsch nichts anderes bedeutet als der Verbrauch an Energie durch sämtliche Alltagsbewegungen. Wer einmal eine harte Diät gemacht hat, hat vielleicht auch festgestellt, dass er sich öfter mal ausruht oder hinsetzt und generell weniger aktiv ist. Eine ganz normale Reaktion, denn unser Nervensystem fährt seine Aktivität etwas nach unten.

3. Verringerter Hormonausstoß. Dieser Faktor ist jedoch sehr individuell und kaum richtig untersucht.

Nimmt man diese drei Faktoren zusammen lässt sich nachvollziehen, dass der Stoffwechsel tatsächlich etwas langsamer wird. Die Untersuchungen zu diesem Thema schwanken von den Zahlen her allerdings beträchtlich. So scheinen auch stark individuelle Faktoren eine Rolle zu spielen.

In einer Untersuchung war die Absenkung des Grundumsatzes innerhalb von 5 Monaten 6 Prozent über dem, was man aufgrund des Gewichtsverlustes allein (erster Faktor meiner Liste) erwartet hätte. Meiner Ansicht nach keine Zahl um die man(n) oder frau sich allzu große Gedanken machen braucht, denn 6 Prozent von beispielsweise 2000kcal sind eben gerade mal 120 Kilokalorien, also in etwas ein Milchkaffee mit Zucker. Ist zwar auch schon was, aber doch nicht so besorgniserregend wie manchmal getan wird.

2 Kommentare:

Moritz Matzen hat gesagt…

Zur hormonellen Beeinflussung gibt es ebenfalls Studienmaterial, z.B.:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=ShowDetailView&TermToSearch=17998028&ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum

Fazit:

Das Auslassen von Mahlzeiten verschlechtert die Insulinsensibiltät und erhöht in dazu den Cortisolaustoss!

Grüße aus Stuttgart

gino hat gesagt…

nicht das auslassen von mahlzeiten führt zur verschlechterten insulinsensibilität, sondern das einnehmen einer überproportionierten kalorienanzahl in einem sehr kurzen zeitfenster (heißt: tageskalorienbedarf in einer mahlzeit zB zw. 18 und 19 uhr).

das auslassen von mahlzeiten mit der natürlich folgernden kalorienrestriktion (ohne überessen) führt zu einer erhöhten insulinsensibilität und einigen anderen (positiven) effekten*.


*http://www.ajcn.org/cgi/content/full/86/1/7

mfg