Die Idee eine Diät mit Fastfood oder Süßigkeiten zu machen ist nicht allzu neu, denn schon 2005 machte Chazz Weaver ein ähnliches Experiment und ernährte sich 30 Tage lang nur von McDonalds Essen. Dabei achtete er aber im Gegensatz zu Morgan Spurlock im Film Supersize Me auf die Gesamtkalorienzahl und nahm innerhalb von 30 Tagen fast 4 Kilogramm ab.

Unser Professor mit der Twinkie-Diät nahm übrigens in den 10 Wochen etwas über 12 Kilogramm ab.
Sowohl bei Chazz Weaver als auch bei Mark Haub verbesserten sich die Bluttwerte von Cholesterin und Triglyceriden. Wie kann das sein? Offensichtlich bewirkt eine Gewichtsreduktion schon alleine eine Verbesserung dieser Werte.
Diese Ergebnisse scheinen einigen Diätgurus aber gar nicht zu gefallen, denn schon wettern sie, dass eine solche Ernährungsweise gesundheitlich zu schweren Schäden führen kann. Vielleicht führt eine solche Ernährungsweise, beziehungsweise der Beweis, dass bei der Gewichtsabnahme die Kalorien entscheidend sind ja auch zu geschäftlichen Schäden. Erzählen die selbsternannten Gurus nicht, dass man zu 90 Prozent gesunde Lebensmittel essen muss um abzunehmen? Wird nicht vielfach behauptet, dass ungesunde Lebensmittel unseren Hormonspiegel so stören, dass wir gar nicht abnehmen können vor lauter Mangelerscheinungen und hormonellen Dysbalancen? Wird nicht manchmal behauptet, dass schon ein bisschen Zucker den Fettabbau zum Erliegen bringt, da das böse Insulin ja die Fettspeicher blockiert? Wer die Studienlage kennt weiß, dass im Endeffekt die Kalorien zählen, aber was wird dann aus all den schönen Ernährungstheorien, Programmen und Produkten? Daher verfallen jetzt einige Gurus darauf, auf den langfristig negativen Effekt einer Ernährung wie bei der Twinkie-Diät hinzuweisen. Das Problem dabei ist jedoch, dass sich kurzfristig die Werte - zumindest diejenigen mit denen die Medizin Gesundheit misst - ja verbessert haben. Wohl gemerkt, wir sprechen hier von gesunden Menschen. Wie sich die ganze Angelegenheit bei bestehenden gesundheitlichen Problemen verhält möchte sicher niemand ausprobieren. Was langfristig bei Gesunden passiert steht in den Sternen und wird auch nicht nachzuweisen sein, denn wer ernährt sich schon das ganze Leben ausschließlich von McDonalds oder Süßigkeiten?
Für die meisten Menschen ist jedoch die Twinkie oder auch die McDonald´s Diät keine wirkliche Alternative, denn die allermeisten würden bei diesen Diätformen wahrscheinlich einen extremen Hunger bekommen, da die verzehrten Lebensmittel eben nicht allzu lange satt machen und zudem ein kleines Volumen haben und die Magenfüllung eher mickrig ausfällt. Beides Faktoren, die es einem erschweren wenig Kalorien zuzuführen.
Genau aus diesem Grund sehen die allermeisten Diätempfehlungen eben Nahrungsmittel vor, die einen relativ lange satt halten, so dass man weniger Kilokalorien zuführt. Die Diätversprechung „ohne Hungern“ funktioniert eben häufig aus genau diesem einfachen Grund. Was die Twinkie-Diät jedoch zeigt ist, dass sogenannte schlechte Lebensmittel nicht dazu führen, dass man nicht abnimmt, solange die Gesamtkalorienbilanz dabei stimmt. Andererseits kann man auch mit gesunden Lebensmitteln ganz schön dick werden, wie etliche Sumoringer beweisen. Diese ernähren sich nämlich nicht von Süßigkeiten oder Big Macs, sondern von einem Eintopf Namens Chanko-Nabe. Dieser besteht hauptsächlich aus Fisch oder Fleisch, Gemüse und Reis. Trotzdem sind die Blutwerte einiger Sumoringer schlechter als von Personen mit sogenannter „schlechter Ernährungsweise.“

Ich denke, es täte einigen Menschen mal ganz gut Ihre Ernährung etwas entspannter zu sehen und sich nicht um die kleinen Details Soren zu machen. Wer sich ständig fragt „Habe ich heute auch genügend Leucin, Reservatrol und Omega -Mork vom Ork-alpha-centauri-Säure zugeführt?“, der sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Ein Blick auf das Gesamtbild – und dazu zählen eben auch die Gesamtkalorien – wäre manchmal sicher sinnvoller. Wer so vorgeht, der kann auch mal guten Gewissens einen Lebkuchen, ein Plätzchen oder sonstiges verzehren und braucht keine Angst zu haben damit eine Hormonlawine im Körper auszulösen, die ihn für immer dick bleiben lässt. Für all diejenigen, die trotzs dieses Artikels befürchten, dass ein Lebkuchen mit all dem Zucker den Körper in einen Schockzustand versetzt aus dem er nur mittels einer speziellen Diät erweckt werden kann, habe ich die angesprochene Omega -Mork vom Ork-alpha-centauri-Säure im Angebot, übrigens mit spezieller Insulin - antikatabol -zeitversetzt wirkender Glühwein - Transportmatrix versehen.


4 Kommentare:
Harald, ich nehm zwei von den Morkorkinsulanern!!! :-)))
Du sprichst mir aus der Seele, ab morgen gibt es nur noch Twinkies und BigMacs ;-).
Aber im Ernst, genau das stelle ich immer und immer wieder an mir selbst fest: Letzten Endes kommt es auf die Gesamtkalorienzahl an.
Und was ich auch festgestellt habe: Je mehr man sich (unnötig) gängelt, desto eher neigt man zu wahren Freßorgien. Wenn man es lockerer angeht, bleibt man eher am Thema Abnehmen dran und erzielt nachhaltig Erfolge.
Viele Grüße,
Thomas
Ich kann das auch nur bestätigen. Ich habe vor 3 Jahren eine ziemlich erfolgreiche Gewichtsreduktion gemacht mit Kalorienzählen. Natürlich habe ich überwiegend auf gesundes Essen geachtet, aber ab und zu, wenn ich großen Heißhunger hatte, bestand mein Abendbrot eben aus einer Tafel Schokolade oder mein Frühstück aus einem Berg Schoko-Cornflakes mit Milch. Dafür habe ich bei anderen Mahlzeiten ausgeglichen, so dass ich immer bei meiner Gesamtkalorienzahl von 1800 blieb. Nach wenigen Monaten waren 16 kg weg.
Was für ein schöner Beitrag. Ich liebe das Lesen dieser Arten oder Gegenstände. Ich kann t abwarten, was andere zu sagen haben.
Low-Carb kein Alk etc ermöglichten mir 2008 16 kg Abnahme.
Zu welchem Preis?
Lebensgenuss neben dem Bodybuilding blieb total auf der Strecke, und es folgten wieder Monate in denen ich komplett auf alles gesch***** hab.
Nun esse ich auch nur nach dem Kcal-Defizit. Achte dabei natürlich etwas auf die Zusammenstellung, würde einem Bedürfnis aber deswegen nicht mehr die Schranken weisen.
Es geht langsam (mein Defizit ist auch sehr gering) aber es geht mit Lebensfreude!
Insgesamt sehr schöne Artikel, kann hier durchweg nur zustimmend nicken.
Grüe Slaine
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